Es weht der Wind ein Blatt
vom Baum,
von vielen Blättern eines.
Das eine Blatt man merkt es kaum,
denn eines ist ja keines.
Doch dieses eine Blatt allein
war Teil von unserem Leben.
Drum wird dies eine Blatt allein
uns immer wieder fehlen.




Nicht alle Schmerzen sind heilbar,
denn manche schleichen sich tiefer ins Herz hinein,
und während die Tage verstreichen, werden sie Stein.
Du lachst und sprichst, als wenn nichts wäre,
sie scheinen geronnen zu Schaum,
doch Du spürst ihre lastende Schwere bis in den Traum.
Der Frühling kommt wieder mit Wärme und Helle,
die Welt wird ein Blumenmeer,
aber in Deinem Herzen ist eine Stelle, die blüht nicht mehr.

Ricarda Huch



Du bist weg, einfach weg.
Wirst nie wieder kommen.
Werde Dich nie wieder sehen.
Deine Stimme nicht mehr hören.
Deinen Geruch nie mehr riechen.
Bleiben mir doch nur viele Erinnerungen
an Dich. Du warst der Beste. Ich frage
nur immer und immer wieder warum musstest
Du so jung schon sterben. Du fehlst mir.

Ich denk noch oft an dich
So viele Dinge erinnern mich an dich
Fremde Menschen
Denen ich auf der Straße begegne
Denn sie sehen mich an mein deinen Augen
Sie sehen mich an
Mit deinem Lächeln auf den Lippen...
Du warst noch so jung
Du hättest noch
So viele schöne Tage verbringen können
Jetzt haben wir nur noch
Unsere Erinnerung an dich
Und an die Zeit mit dir
Mehr ist uns nicht geblieben
Doch wir werden dich nie vergessen
Du wirst immer
In unseren Herzen bleiben
Denn wir haben dich alle geliebt
Und wir tun es immer noch
Du fehlst uns allen!



Steht nicht am Grabe und trauert um mich,
Ich bin nicht da, denn ich schlafe nicht.
Ich bin die tausend winde die wehn,
Ich bin das brilliante Glitzern im Schnee.
Ich bin die Sonne überm reifen Feld,
Ich bin der Regen, der im Herbst schnell fällt.
Wenn Ihr in der Ruhe des Morgens erwacht,
Bin ich das Leben und vertreibe die Nacht.
Und begleite Euch durch des Tages Geschehn.
Ich bin die Sterne, die wir am Abend sehn.
Steht nicht am Grabe und trauert um mich,
Ich bin nicht da, denn ich sterbe nicht.



SO JUNG

Geschwollene Augen,brennende Glieder,
doch soviele Tränen auch fallen,
du kommst nie mehr wieder.
Es war ein sinnloser Tod,
wir verstehen das nicht.
Noch vor ein paar Tagen,Stunden
sahen wir in dein Gesicht.
Du warst nicht krank,
es ging dir doch gut.
Dieser plötzliche Unfall bringt in uns Wut.
Mir kommt es vor,
als trauere die ganze Stadt.
Es ist ein grauenvoller Tag.
So wie das Wetter ist auch die Stimmung:
traurig!
Es ist schrecklich still.
Gesenkte Köpfe,verweinte Augen
und alles wegen Leichtsinns.
Du warst doch nicht dumm,
aber das war mit Sicherheit das Dümmste,
was du je getan hast.
Wir lassen den Tränen freien Lauf
und verstehen es nicht.
Denn noch vor ein paar Tagen,Stunden
sahen wir in dein lächelndes Gesicht...